Bye bye Buyamba

Nun neigt sich meine Projektreise dem Ende zu und ich muss ehrlich sagen, dass ich darüber auch gar nicht so traurig bin. In zwei afrikanischen Ländern kommt in zwei Wochen einiges an Eindrücken zusammen, da ist man irgendwann „voll“, also ich zumindestens. 

Nach einer hier ziemlich komplizierten Einkaufstour durch Kyotera (für zwei Besorgungen muss man 1 1/2 Stunden plus Fahrtzeit rechnen!) tauchten Father Charles und ich heute pünktlich (tatsächlich pünktlich) um 13 Uhr am PATRIZIA KinderHaus auf, im Gepäck hatten wir sieben Fußbälle und acht Vollyballbälle. Nach einer ziemlich langen Ansprache von Father Charles (er ist eben eine Quasseltüte, aber vor allem liebenswürdig und sehr sehr dankbar und sehr genügsam und bescheiden) überreichte ich unser Stiftungsgeschenk an jede Klasse: Ein Ball für die Mädels und einen für die Jungen und eine Pfeife für die Lehrer 😉 

Danach gab es Mittag, wobei jedes Kind eine große Portion Ugali und Bohnen bekam, und wer wollte, konnte sich noch einen Becher „Porridge“ holen. Gegessen wird, wie z.B. auch in Tansania oder in Teilen Asiens, mit der rechten Hand. 

Nach dem Mittag hatten alle Verschnaufpause und nach einer kleinen Fotosession verabschiedete ich mich, drehte mich nochmal zu der riesigen Traube Kindern herum, machte ein Foto, und rannte weg – verfolgt von den Kids, die das Foto natürlich gleich auf dem Kameradisplay sehen wollten, deshalb mein sportlicher Einsatz 😉 

Für mich geht es morgen die 6 Stunden Fahrt zurück nach Entebbe und am Freitag lande ich in München. 

Bis dahin viele Grüße,

Stefanie Wegner
Aha! 

Das Aha gibt es heute in Bildern. So lebt man hier:

Advertisements

One, two, three, four – Porridge

Was mich heute ganz ehrlich glücklich macht: Die Schule hier ist super! Es ist alles gut organisiert. Ich habe dem Unterricht gelauscht, habe die Abläufe und die Kinder beobachtet, bin die Wege abgelaufen und habe mich in eine der Schulbänke gesetzt und die Matheaufgaben mitgerechnet. Und bei allem hatte ich ein gutes Gefühl – natürlich unter dem Gesichtspunkt, dass es sich um eine Schule in Afrika handelt. 

Nach den ersten beiden Unterrichtsstunden gibt es ein „zweites Frühstück“. Genannt wird es „Porridge“, gemeint ist eine weiße, aus Wasser und Hafermehl hergestellte, äh, Brühe, die sich die Kinder in ihrem Becher holen können und die Father Charles Mbazzi – in dessen Pfarrhaus ich wohne – ebenso morgens trinkt. Auf der Wiese rund um die Schulgebäude finden sich die Kids dann in größeren Grüppchen zu diesem kleinen Frühstück zusammen, ehe es wieder zum Unterricht geht. Um 13 Uhr ist dann Mittagspause. Vor alle, die Jungs nutzen die Zeit vor dem Essen dann zum Fußball spielen. 

Hier ein paar Eindrücke vom Vormittag im PATRIZIA KinderHaus:


Die Künstler von Morgen

Am Nachmittag ging es dann an die Leinwände. Die speziellen Anforderungen in Afrika: Wenig Wasser und enger Zeitplan. Das Wasser (Regenwasser) habe ich mitgebracht und möglichst deutlich betont, dass es sich um Regenwasser handelt, ich also kein Trinkwasser verschwende… Am Ende hat alles gut geklappt und alle Kinder, die Lehrer und ich hatten viel Spaß. Wie so oft ist mir aufgefallen, wie genügsam, zurückhaltend und freundlich die Kinder sind. 

Die wirklich gelungenen Kunstwerke – ich war absolut positiv überrascht – liegen nun zum Trocknen im Klassenraum. Über die Menge an übrig gebliebener Farbe, Pinseln, Paletten und Leinwänden haben sich alle gefreut. Da gibt es sicher noch einmal eine Mal-Session. Die Tische habe ich danach übrigens mit einer feuchten, muffligen, zerschlissenen Jacke gereinigt, die da rumlag. In Afrika liegt gerne überall etwas herum 😉 

Und die zwei hier haben sich die Zeitung, auf denen die Pinsel lagen, genauer angeschaut 🙂

image

Viele Grüße,

Stefanie Wegner
Aha! – heute eine wirklich schöne und irgendwie niedliche Geschichte

Als ich vorhin gerade am gehen war, sagte ein Mann namens Robert mir „Hallo“. Robert war mal Lehrer an der St. Francis Schule, wurde aber versetzt. Er erzählte davon, wie begeistert er damals darüber war, dass die Schule renoviert wird. Er fragte, wer denn dahinter steckte und erfuhr von der PATRIZIA KinderHaus-Stiftung. Die Bauarbeiten waren parallel zur Geburt seiner Tochter – die er dann Patrizia taufte 🙂 Ehrlich wahr!!! Ich soll alle ganz herzlich grüßen. 

Hallo Muzungu!

Hallo aus Buyamba, Uganda. Heute hat das neue Schuljahr begonnen. Für die Kinder in der St. Francis Primary school – dem PATRIZIA KinderHaus – gab es schon am ersten Tag ein kleines „Highlight“, denn „Muzungus are like a gift here!“, verriet mir die Schuldirektorin. Und das merkte ich sofort: Als Sylvia Nalusuuna mich herumführte, beäugten, beobachteten und verfolgten mich hunderte Kids. Ja ehrlich! Das da eine Weißhaut, ein „Muzungu“, kommt, ist ein kleiner Knüller. So war es gar nicht so einfach, den Unterricht nicht zu sehr zu stören, während ich möglichst dezent von Klasse zu Klasse schlich, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Ich wollte ja die Lehrer mit unruhigen Schülern nicht verärgern 😉 Hier ein paar Impressionen:

Großes Ankommen

Während ein Teil der Schüler bereits lernten – die Kleinen die Zahlen von 1 bis 10, die Größeren englische Verben -, trafen die restlichen Schüler erst nach und nach ein. Die Kinder hier kommen aus den umliegenden Dörfern. Die Kids, die unter der Woche im angeschlossenen Schlafraum übernachten, haben eine große abschließbare Blechkiste dabei, die auf dem Bett liegt.

image

Da heute alle mit dem großen Ankommen und der „Registrierung“ (Anmeldung der Schüler) beschäftigt waren, habe ich mich noch etwas zurück gehalten. Morgen dann mehr.

Viele Grüße,

Stefanie Wegner
Aha!

Die Kinder hier müssen sehr schnell selbstständig sein. Ich habe jetzt schon sehr viele Mädels beobachtet, die sich um die Geschwister im Säuglingsalter kümmern. Gestern war ich mit dem Pfarrer in den Dorfkirchen. Während der Messen kamen nach und nach die Mädchen und brachten die Babys zur Mama und auch das Stadtbild ist von Mädchen geprägt, die Säuglinge in einem Tuch auf dem Rücken tragen. Und auch bei der Anmeldung hier in der Schule sah man nur Kinder, keine Eltern…

Grüße aus Buyamba, Uganda

 Guten Abend aus dem Pfarrhaus Buyamba, in direkter Nachbarschaft zum PATRIZIA KinderHaus. Hier bin ich gestern Abend nach 6 Stunden Autofahrt gut angekommen, wenn auch vollkommen eingestaubt. Eines kann man wohl sagen: Uganda ist staubig und übertrifft Ruanda und Tansania weit. In Kampala glaubte ich fast, nicht mehr atmen zu können, soviel roter Staub war in und außerhalb des Autos. Doch das nur nebenbei. 

Das KinderHaus schlummert noch

Bereits am frühen Morgen hatte ich heute einen Blick hinüber, auf das friedlich gelegene KinderHaus geworfen. Erst am Montag kehrt in die acht Klassenräume wieder Leben ein. 

Nach dem Frühstück liefen Father Charles Mbazzi, Schuldirektor Evan und ich dann hinüber und ich tankte wieder aktuelle Fakten: Die Grundschule umfasst die Klassen 1 bis 7, jede Klasse hat ihren eigenen Klassenraum und ist bis zu 70 Kinder stark. Alle Kinder, deren Schulweg zu weit ist, wohnen im Schlafsaal direkt neben der Schule und werden, Mädchen und Jungen getrennt, jeweils von einer Maitreen betreut. Fünf der achtzehn Lehrer wohnen ebenfalls mit auf dem Gelände. Die Schule hat Solarpaneele auf dem Dach, die für Strom sorgen, falls der „Hauptstrom“ ausfällt (und das kommt häufiger vor). Je nach Einkommen der Familie wird ein geringes Schulgeld festgelegt um alle Ausgaben begleichen zu können, auch vom Staat kommen Gelder für die Entlohnung der Lehrer.

Außerhalb der Schule gibt es einen überdachten Bereich, in dem die Kinder essen können. Dort gibt es Mittags traditionell „Ugali“, einen Brei, der aus Mais hergestellt wird. Dazu werden Bananen und Süßkartoffeln zubereitet, alles aus eigenem Anbau.

Spätestens an dieser Stelle sollte Helmut Wagner Erwähnung finden, durch dessen Herzblut und Engagement alle diese Dinge hier entstehen konnten. Einen Teil konnte die Stiftung zusammen mit den Grünhelmen beitragen, wofür wir hier sehr viel Dankbarkeit erfahren. 

Ich freue mich auf die Kinder am Montag und melde mich dann hier zurück – Strom vorausgesetzt. 

Grüße und danke an alle, die hier lesen,

Stefanie Wegner
Aha!

Ich habe schon öfter beobachtet, dass die Auto-, LKW- und Busfahrer in Afrika sich Handzeichen geben. Gestern auf der Fahrt zum Flughafen in Kigali war das noch viel ausgefeilter. Der Fahrer erklärte mir dann: „Wenn ich mit dem Finger nach oben zeige, bedeutet das, die Polizei ist noch entfernt. Zeige ich nach unten, bedeutet das, das sie ganz nahe ist. Wenn ich ‚heran‘ zeige, dann ist die Straße frei, keine Polizei.“ Parallel zu dieser Kommunikation haben wir übrigens englische Popmusik gehört, in deren Hintergrund die Texte in Kinyarwanda übersetzt mitgesprochen wurden 😉 „Unbreak my heart…“

Auf nach Afrika

„Man muss etwas riskieren“ lautet der Titel eines der Bücher von und über Rupert Neudeck, die ich gelesen habe. Rupert Neudeck ist Gründer der Grünhelme, der Organisation der weltweit-Anpacker, mit denen wir die PATRIZIA KinderHäuser in Uganda und Ruanda umgesetzt haben. Und genau zu diesen Häusern führt mich mein Weg in den nächsten Tagen.

Los geht es am 28. August in Ruanda, wo mich Till Gröner, Geschäftsführer beim Grünhelme e.V., begrüßen und mich in ein Land führen wird, bei dem ich aufgrund der jüngsten Geschichte durchaus schlucken muss. Den Film „Hotel Ruanda“ habe ich bereits mehrfach gesehen und muss unwillkürlich an den Völkermord denken, wenn ich an Ruanda denke. Und ich werde nah dran sein, denn während der Woche, die ich in Ruanda bin, bin ich zu Gast bei Eugenie Musayidire, einer Frau die in einem Kindergarten arbeitet, der von Kindern besucht wird, deren Mütter in Folge des Genozids inhaftiert sind. Mein Fokus liegt aber auf dem Besuch des Schülerwohnheims in Ntarama, dem PATRIZIA KinderHaus. Wie es scheint, erwarten mich viele Eindrücke.

Am 3. September geht es dann weiter nach Buyamba, Uganda. Im dortigen PATRIZIA KinderHaus, einer Schule, gehen rund 800 Kinder täglich ein und aus und starten nach den Schulferien am 4. September in ein neues Schuljahr, an dessen ersten Tagen ich teilhaben kann.

Viel erwartet mich und gerne teile ich meine Eindrücke in diesem Blog.

Kwa heri,
Stefanie Wegner

PS: Wer per eMail über neue Beiträge informiert werden möchte, kann den Blog abonnieren (siehe Kasten links „Blog folgen“)