Und wenn der Regen auf uns fällt, und uns der Wind davon erzählt…

Auch die dritte Überschrift in Folge benötigt dringend das Wort „Regen“, denn den gab es heute wieder ausführlichst in Songea/Mijemwema. Doch Mark und ich haben ja dazu gelernt, und sind dieses Mal früher Richtung KinderHaus gestartet. Und so blicke ich auf 48,3 GB Filmmaterial, 20 GB Fotos, 153 GB Kinderlachen und 235 GB Freude auf allen Seiten 😉

Was mir auch heute wieder auffiel: Die Kinder sind fleißig, ohne zu murren und sie sind fast immer in kleinen Grüppchen unterwegs, da ist niemand allein. Abwaschen, Wäsche aufhängen oder abnehmen, Zimmer aufräumen, Essen aus der Küche holen – alles passiert ganz selbstverständlich und scheinbar ohne, dass es als nervige Last empfunden wird. Hinzu kommt, dass die Kids unentwegt gut gelaunt sind. Ich finde das wirklich beachtlich. Und mit der Zeit tauen die Kinder auch auf, doch die Zeit ist nun leider doch davon gelaufen.

Für den Moment jetzt muss ich dringend die verhältnismäßig schnelle Internetverbindung ausnutzen und teile meine vielen Eindrücke gerne eher in Bild, als in Wort. Und btw möchte ich erwähnen – unabhängig davon ob man gläubig ist oder nicht -, dass die Kinder jeden Tag für alle Spender und Unterstützer beten. Sie wissen also, dass es da Menschen gibt, die sich einsetzen. In einem Brief an uns alle schreibt z.B. Monica:

„I promise, I will study hard and I ask you to pray for me and I will pray for you all the time“ (Ich verspreche, dass ich eifrig lernen werde. Und ich bitte euch für mich zu beten, ich werde für euch beten – jederzeit“)

Mehr kann man kaum hinzufügen…

Am Donnerstag geht es für mich zurück nach Deutschland.

Herzlichst und mit großen Dank an jeden Leser,
Stefanie Wegner

PS: Beinahe vergessen, hier noch ein Foto von Subira. Ihre Geschichte kann man hier nachlesen: Die große Kinder-Knuddelei
201502_Subira

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Regentropfen-Action mit 48 Kindern

Guten Abend aus Peramiho. Es ist Regenzeit – und das ist für die Vegetation auch ein Segen. Nur heute kam der Regen wirklich zur falschen Zeit. Den ganzen Nachmittag hatte ich eingeplant um für die KinderHaus-Stiftung meine Speicherkarten mit Bildmaterial zu füllen. Die Kids sahen in ihrer besten Kleidung entzückend aus und hatten auch ein kleines Sing- und Tanzprogramm vorbereitet. Die Sonne schien hell, und als wir gerade alle miteinander warm geworden waren, begann das Donnergrollen, die Sonne (und damit die wichtigste Lichtquelle) verschwand, ein schier endloser Regenschauer setzte ein und es gab einen Stromausfall. Aus die Maus. Sämtliche Videos sind leider vom Regendauerrauschen begleitet.

However. Ich hatte den Kids wieder ein paar Luftballons mitgebracht, und die waren auch nach 2 Stunden noch spannend. Es gibt übrigens einen Jungen-Überschuss, wer hätte das gedacht. In beiden Doppelhaushälften sind die Jungs untergebracht (2 mal 16) und im Einzelhaus die Mädels. Ich könnte heute auch wieder einige Dinge von Kindern erzählen, die in Plastiktüten „verpackt“ im Fluss schwimmend gefunden wurden… Aber das spare ich mir heute, weil ich den ganzen Nachmittag von 48 dauerlachenden Kindern umringt war und dieses positive Gefühl gerne noch etwas nachwirken lassen möchte.

Hier ein paar Eindrücke aus meiner heute eher mageren Fotoauswahl:

Salama,
Stefanie

It’s a rainy day – Halleluja

Es ist Regenzeit in Tansania. Darunter stellte zumindest ich mir bis dato dauerverregnete Tage mit Mückenschwärmen und kleinen Fluten, die sich in die rote Erde graben, vor. Doch die mitgebrachten Gummistiefel habe ich bisher nur eine Stunde benötigt. Die Regenschauer sind heftig, ab und an von einem Gewitter begleitet, schnell verschwunden und in kürzester Zeit scheint wieder die warme Sonne. Es ist zwar schwül, aber angenehm. Ich hatte bis jetzt auch nur einen Mückenstich (eine relevante Information für alle, die sich mit dem Für und Wider der Malariaprophylaxe beschäftigen). Und so empfinde ich die Regenzeit nicht unangenehm. Doch ich bin ja auch gut untergebracht, hier gibt es Fenster und Türen, die man schließen kann. Die meisten Lehmziegelhäuschen, in denen die Menschen hier wohnen, dürften wohl nicht so wasserdicht sein…

Die Qual der Wahl

Für Morgen war eigentlich wieder ein Besuch im PATRIZIA KinderHaus in Songea geplant. Doch die Schwestern sind alle hier in Peramiho stark eingebunden: Die Wahl einer neuen Priorin steht an. Und so herrscht eine beinahe angespannte Stille in den Klosterhallen und auch für die Stiftung ist diese Wahl relevant. Denn es entscheidet sich damit auch, wer künftig unser Ansprechpartner hier vor Ort sein wird.

So kam es jedenfalls, dass meine Kontaktperson zu den Kindern, Sr. Daniela, nicht in Songea ist. Ich hoffe, dass es nächste Woche dann an einem Nachmittag nochmal klappt. Hier in Afrika ändern sich die Dinge gerne, da lohnen sich große Langzeitpläne gar nicht. Jederzeit kann z.B. ein Meeting ausfallen, weil die Straßen unbefahrbar sind. Doch um den Blog nicht zu lange zum Schweigen zu verdammen, möchte ich noch eine Nachricht teilen.

Wenn Housemoms Housegrandmoms werden

In meinem Kopf summt es ja immer wieder: T – I – A / This is Africa. Heute kam mal wieder so eine T-I-A-Meldung: Nachwuchs im Hause „Good shepherd – PATRIZIA KinderHaus“. Denn was wohl typisch Afrika ist, sind Mädels, die schon jung schwanger werden. Und das kann auch den Mädels passieren, die in einem Waisenhaus wohnen. Den Nachwuchs im Waisenhause gibt es aber nicht wirklich. Denn das Mädchen wird noch bis zur Geburt dort wohnen können, muss dann jedoch ausziehen. Aber bis dahin fließt noch viel Regenwasser die Straße hinunter. Ich empfand diese Nachricht heute überraschend und irgendwie auch berührend. Hier ist immer ganz schön viel los.

In diesem Sinne melde ich mich kommende Woche sicher noch einmal.

Grüße,
Stefanie

Das ist Degrazia

20150118_Degrazia
Sie (rechts im Bild) wurde als Baby in einer Toilette gefunden. Jemand wollte sie ertränken. Glücklicherweise wurde sie gefunden und in einem Waisenhaus in Chipole, einem Ort ca. 1 Stunde von Peramiho entfernt, aufgenommen.

Viele Kinder hier werden auf ähnliche und wirklich traurige Weise „entsorgt“ (ein besseres Wort fällt mir leider nicht ein). Da tröstet es ein wenig, dass zumindest einige Kinder in Hilfsprojekten Unterschlupf finden.

Es grüßt aus Tansania,
Stefanie

Die große Kinder-Knuddelei

Guten Morgen aus Peramiho 🙂

Heute starte ich mit einer kleinen Anekdote. Für mein Frühstück, dass von den Schwestern vorbereitet wird (in einem Kloster hat jeder seine Aufgabe), übergab ich gestern Morgen Milch und Müslipackung an eine der einheimischen Schwestern. Diese hat in ihrer höflichen Zurückhaltung nicht weiter nachgehakt, was es damit auf sich hat. Ein paar Minuten später kam eine andere Schwester und erklärte mir, dass sie nicht wissen, wie man das alles zubereitet. Das fand ich wirklich entzückend. Aber das stimmt natürlich… woher soll eine junge Frau aus Tansania wissen, was Müsli mit Milch ist? Ich habe dann erklärt, dass man das zusammen in eine Schüssel tut. Sie fragten dann, ob das am Abend vorher geschehen solle. 🙂 Hach, solche Momente finde ich so wertvoll, weil man so mal einen anderen Blick auf die eigene Lebensweise bekommt.

Subira

Einen anderen Blick bekommt man auch, wenn man beobachtet und zuhört. Sr. Daniela ist die Leiterin des neuen PATRIZIA KinderHaus in Songea/Mijemwema und damit nah dran an den Geschichten der Kinder. Gestern erzählte sie von Subira. Subira verlor ihre Eltern, beide waren HIV-positiv (Subira ist es glücklicherweise nicht). Ihre Tante nahm sich ihrer an. Doch leider ging das am Ende nicht gut. Sabiras Tante verlor ihren Job und wurde darauf unzufrieden und dem Mädchen gegenüber aggressiv. Die Situation war für die Kleine so schlimm, dass sie wegrannte und sich an die Polizei wandte. Diese setzte sich mit dem Sozialdienst in Verbindung und die Tante wurde mit der Bitte angesprochen, das Mädchen wieder zu sich zu nehmen. Doch Subiras Tante antwortete nur: „Wenn Sie sie zurückbringen, werde ich Subira umbringen!“. Der Sozialdienst tat daraufhin das einzig richtige und brachte die Kleine zu den Schwestern. Dort ist sie sicher.

Ich habe das Mädel noch nicht vor die Linse bekommen, eventuell klappt das am Montag.

Love our children

Wie man schon herauslesen kann, war ich gestern den ganzen Tag im KinderHaus in Songea, zusammen mit Mark Kapinga (mehr über ihn liest man im nächsten estatements-Magazin der PATRIZIA, das im März erscheint 🙂 Ein wenig Spannung muss sein). Mark nahm mich auf seinem Moped von Peramiho mit nach Songea. Das sind ca. 45min. Fahrt, ohne Helm, mit viel Fahrtwind und einigen interessanten Erklärungen zum Leben in dieser Gegend (z.B. das es jede Menge Sprachen gibt und Swahili „nur“ eine Amtssprache ist).

Mark ist selbst im „alten“ Waisenhaus in Morogoro aufgewachsen und arbeitet nun als Lehrer. Er sagte mal „Love our children“. Das er selbst es tut, konnte man gestern beobachten. Die ganze Zeit sprach er mit ihnen, brachte den Waisenkids Süßigkeiten mit und wirkte dabei eben wie jemand, der weiß „wie es ist“ und trat dabei stark und verantwortungsbewusst auf. Wir machten nämlich z.B. noch Fotos von drei der älteren Kinder, für deren Passport, die er für sie besorgt.

Vormittags hatte ich eine Schar kleiner Mäuse um mich, die mir ganz viel zeigen wollten, die Sache mit der Kamera ganz spannend fanden und auch knuddeln wollten. Na, da ließ ich mich nicht lange bitten 😉 Mittags gab es eine große Portion Polenta mit Gulasch und Spinat und dann den Nachmittagsschlaf – eben wie man es aus Deutschland kennt.

Nachmittags kamen dann die Kinder des Waisenhauses aus der Schule. Mark gab ihnen Süßigkeiten und ich holte das Fotobuch hervor, in dem einige der Fotos drin sind, die ich im Mai 2014 von den Kids machte. Es ist wirklich herzerfreuend, wenn man sieht, dass diese Kids sich einfach freuen. Sie haben das Fotobuch gleich dreimal durchgeblättert 🙂

Hier ein paar Eindrücke:

Danach fuhren Mark und ich nach Songea um die Passport-Fotos in den Druck zu geben und dann zurück nach Peramiho. Ein toller Tag! Da darf es heute etwas ruhiger sein.

Auf bald,
Stefanie